Seminare

WEITERBILDUNG "PÄDAGOGISCH-PSYCHOLOGISCH ORIENTIERTE LERNTHERAPIE"  2019

Lehrgang zur Weiterbildung für LogopädInnen, SprachtherapeutInnen, ErgotherapeutInnen, PsychologInnen und PädagogInnen.

Über die Konzeption dieses Lehrganges:

Die Ausgangslage - Lesen, Schreiben und Rechnen sind neben der Sprache nach wie vor die wichtigsten Kulturtechniken in unserer Gesellschaft und nicht nur für die schulische oder berufliche Laufbahn, sondern auch für die soziale und emotionale Entwicklung eines Menschen von allergrößter Bedeutung. Fünfundzwanzig Prozent der Schulkinder haben mehr oder weniger große Mühe beim Erlernen des Lesens, Rechtschreibens und/oder Rechnens. Bei bis zu sieben Prozent der Grundschulkinder (Fischbach et al., 2013) sind diese Schwierigkeiten so stark ausgeprägt, dass bei ihnen eine Lese-Rechtschreib- und/oder Rechenstörung festgestellt werden muss. Die Lese-Rechtschreibstörung und die Rechenstörung werden in der internationalen Klassifikation psychischer Störungen (ICD-10), den klinisch-diagnostischen Leitlinien der Weltgesundheitsorganisation, zu den „Entwicklungsstörungen“ in der Kategorie F81 „Umschriebene Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten“ beschrieben. Für Schüler und Schülerinnen mit einer diagnostizierten Lese-/Rechtschreibstörung und/oder Rechenstörung ist eine besondere und individuelle Förderung dringend erforderlich.

Obgleich in wissenschaftlichen Fachkreisen mittlerweile breiter Konsens darüber besteht, welche Behandlungsansätze bei Lernstörungen tatsächlich hilfreich sind und über welche Kenntnisse und Fähigkeiten Personen verfügen sollten, die Lerntherapie durchführen möchten, ist es bisher nur ansatzweise gelungen, flächendeckend einheitliche und an aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen orientierte Aus- und Weiterbildungsangebote zu schaffen.

Zu den mit Lernstörungen befassten Berufsgruppen zählen LehrerInnen genauso wie PsychologInnen oder auch Heilmittelerbringer wie LogopädInnen oder Ergotherpeutinnen, die wegen der hohen Komorbiditätsraten von Lernstörungen mit anderen Entwicklungsstörungen meist der erste Ansprechpartner für die Eltern betroffener Kinder sind. Bis zu 70% aller Kinder, bei denen eine behandlungsbedürftige Lese-Rechtschreibstörung besteht, befanden sich im Vorfeld der Schriftsprachstörung in logopädischer Behandlung, leiden oder litten also unter einer so genannten komorbiden Sprachentwicklungsverzögerung oder -störung (vgl. von Suchodoletz, 2007). Weiterhin haben viele Kinder, bei denen eine LRS oder eine andere Lernstörung diagnostiziert wurde, zusätzliche motorische Defizite, ca. 25% entwickeln emotionale Schwierigkeiten, Verhaltens- oder Aufmerksamkeitsprobleme (vgl. Fröhlich & Lehmkuhl, 2008), weshalb sie nicht selten aufgrund einer Sekundärsymptomaik der ursächlichen Lernstörung vom Kinderarzt eine ergotherapeutische Behandlung verschrieben bekommen.

Die Ausbildungsrichtlinien für die Ausbildung dieser beiden Berufsgruppen sehen die Vermittlung solider Fachkenntnisse zu Schriftspracherwerbsstörungen zwar grundsätzlich vor, da Interventionen bei Lernstörungen aber keine verordnungsfähigen Behandlungen sind, wird in der Umsetzung der Richtlinie an den Akademien der Ausbildungsanteil, der sich den umschriebenen Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten widmen sollte, zugunsten der im Heilmittelkatalog befindlichen Behandlungen de facto dramatisch vernachlässigt. Tatsächlich führt dies dazu, dass Heilmittelerbringer sich selbstständig weiterbilden müssen, wenn sie Betroffene fundiert über mögliche Behandlungen beraten oder sinnvolle Präventionsmethoden in die ergotherapeutische oder logopädische Behandlung integrieren möchten – ohne dass ihnen diese Zeit der bestehenden Fortbildungspflicht von den Krankenkassen zugerechnet wird (eine Vergabe von Fortbildungspunkten ist für Fortbildungen mit nicht verordnungsfähigen Inhalten nicht möglich). Zudem nehmen LogopädInnen und ErgotherapeutInnen Lerntherapie immer öfter als zusätzliches Angebot für Selbstzahler in ihre Praxisleistungen mit auf, um wegen der steigenden Nachfrage auch den immer häufiger werdenden Bitten verzweifelter Eltern nachkommen zu können.

Dieser Lehrgang soll die Lücke schließen - Unser Ziel war es eine Seminarreihe zu kreieren, die preislich und vom Umfang her der Tatsache Rechnung trägt, dass Lernstörungen zwar nicht Kerngeschäft der logopädischen oder ergotherapeutischen Praxis sind, dennoch aber eine solide Aus- oder Weiterbildung von diesen Berufsgruppen gewünscht und gesucht wird. Auf seiner/ihrer Suche nach einer geeigneten Weiterbildung trifft der/die Interessierte zunehmend auf eine schier unüberschaubare Anzahl an teilweise fragwürdigen bis hin zu sehr hochwertigen aber teuren Ausbildungsangeboten. Nicht selten fällt die Wahl dann leider auf das kostengünstigere, weniger zeitintensive Angebot, bei dem jedoch nicht sichergestellt ist, dass das Gelernte auch wirklich den aktuellen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse abbildet und den Anforderungen der praktischen Arbeit entspricht. Hier besteht offensichtlich eine Lücke, die wir im Interesse der Betroffenen und der mit Lernstörungen befassten Berufsgruppen zu schließen versucht haben.

Bei der Planung dieses Lehrganges haben wir deshalb besonderen Wert auf

  • eine pointierte,
  • sinnvolle,
  • am aktuellen Stand psychologisch-pädagogischer Forschung orientierte Auswahl von Lerninhalten
  • und die Vermittlung wichtiger praxisrelevanter Fähigkeiten gelegt.

Bei den im Lehrgang tätigen Dozenten handelt es sich ausnahmslos um theoretisch fundiert ausgebildete Fachleute, die zusätzlich über jahrzehntelange praktische Erfahrung im Bereich der Lerntherapie verfügen und daher genau wissen, auf welche Kenntnisse und Fähigkeiten es in der lerntherapeutischen Praxis wirklich ankommt.

Inhalte und Lernziele des Lehrgangs:

Viele der von uns angesprochenen Berufsgruppen bringen bereits fundierte spezifische Kenntnisse mit, die für eine gute Lerntherapie bedeutungsvoll und unabdingbar sind. Sprachtherapeuten beispielsweise verfügen unter anderem über wichtiges Wissen zu den Bereichen normale und gestörte Sprachentwicklung, welches hochrelevant ist für die Behandlung der LRS. Ergotherapeuten und Psychologen besitzen häufig ein breites lernpsychologisches Vorwissen und langjährige therapeutische Erfahrung. Lehrerinnen bringen ein breites Spektrum an didaktisch-methodischen Kenntnissen und pädagogischer Erfahrung mit.

Ziel dieser Weiterbildung ist es, Ihren Vorkenntnissen und Erfahrungen durch gezielte und spezifische Wissensvermittlung das nötige Feintuning zu geben, das Sie letztlich zu einem fundiert ausgebildeten Lerntherapeuten machen wird. Basierend auf dieser Zielsetzung und in Anlehnung an den weiter oben bereits angesprochenen Konsens einschlägiger Fachkreise haben wir die folgenden Inhalte für den Lehrgang ausgewählt:

Modul 1: Grundlagenwissen zu umschriebenen Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten - Symptomatik, Verursachung und Diagnostik bei Legasthenie und Dyskalkulie 08.-09.03.2019

Modul 2: Sprachentwicklung und Sprachentwicklungsstörungen 05.-06.04.2019

Modul 3: Neuropsychologie des Lernens 10.-11.05.2019

Modul 4: Intervention bei LRS - Elternorientierte Lerntherapie 14.-15.06.2019

Modul 5: Intervention bei Dyskalkulie - Qualitätssicherung in der Lerntherapie 05.-06.07.2019

Modul 6: Assoziierte Entwicklungsstörungen 22.09.2019

Modul 7: Lern- und verhaltenspsychologische Grundlagen 08.-09.11.2019

Zulassungsvoraussetzung:

Sie gehören einer der folgenden Berufsgruppen an:

Pädagogen/innen, Logopäden/innen, Ergotherapeuten/innen, Heilpädagogen/innen und Psychologen/innen

Dauer und Workload:
Der Lehrgang erstreckt sich über 7 Wochenenden (13 Unterrichtstage á 7 - 8 Einheiten). Neben der ca. 30 Seiten umfassenden abschließenden Falldokumentation sind zwischen den Seminarwochenenden verschiedene Inhalte auch im Selbststudium zu erarbeiten und Hausaufgaben anzufertigen.

Inhalte:
s. Modulbeschreibungen

Abschluss: Zertifikat/Zeugnis

Voraussetzung für den Erhalt eines Zertifikats/Zeugnisses ist der Besuch aller Wochenendseminare sowie ein Nachweis über die regelmäßige Betreuung Ihrer abschließenden Fallarbeit im Umfang von mindestens 30 Seiten. Für die Fallarbeit benötigen Sie ein Förderkind, das von Ihnen über einen Zeitraum von mindestens 4 Monaten oder mindestens 12 Förderstunden betreut wurde. Die Bezeichnung "Lerntherapeut" ist in Deutschland keine geschützte Berufsbezeichnung.

Abschlussarbeit: Supervisionierte Falldokumentation im Umfang von mindestens 30 Seiten. (Der Teilnehmer verfasst eine Falldokumentation und wird hierbei von einem Supervisor angeleitet. In der Supervision können zudem individuelle besondere Probleme besprochen werden. Der Teilnehmer trifft sich zweimal mit seinem Supervisor für 90 Minuten.) Wir weisen an dieser Stelle darauf hin, dass für die Abschlussarbeit die Durchführung und ggf. Anschaffung eines standardisierten Schulleistungstests notwendig werden kann, falls Sie noch nicht über einen solchen verfügen. Die Kosten hierfür würden dann bei ca. 100 Euro liegen.

Teilnahmegebühr: 2350,- Euro  Sie können mit uns eine Ratenzahlung vereinbaren. Wir akzeptieren Bildungsschecks und Prämiengutscheine!

Für diese Weiterbildung können gem.  § 125 Abs. 1 SGB V   keine Fortbildungspunkte vergeben werden.

Zielgruppe:
LogopädInnen, ErgotherapeutInnen, Psychologen, PädagogInnen, HeilpädagogInnen
Kurszeiten:

Modul 1: Freitag, 08.03.2019, 13:00-18:00 Uhr; Samstag 09.03.2019, 9:00-16:30 Uhr
Modul 2: Freitag, 05.04.2019, 13:00-18:00 Uhr; Samstag 06.04.2019, 9:00-17:00 Uhr
Modul 3: Freitag, 10.05.2019, 13:00-18:00 Uhr; Samstag 11.05.2019, 9:00-17:00 Uhr
Modul 4: Freitag, 15.06.2019, 13:00-18:00 Uhr; Samstag, 15.06.2019, 9:00-16:30 Uhr
Modul 5: Freitag, 05.07.2019, 13:00-18:00 Uhr; Samstag, 06.07.2019, 9:00-16:30 Uhr
Modul 6: Samstag, 22.09.2019, 09:00-16:30 Uhr
Modul 7: Freitag, 08.11.2019, 13:00-19:00 Uhr; Samstag, 09.11.2019, 9:00-16:30 Uhr

Sonstiges:

  

Kontakt

Institut für integrative Fortbildung
Gasselstiege 21 (im VitalCenter)
48159 Münster

Tel.: 0251 - 68 67 377
Fax: 0251 - 68 67 37 - 1
info@integrative-fortbildung.de

Sprechzeiten:
montags bis freitags
08.30 Uhr bis 12.30 Uhr

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