Wie können wir Kinder darin stärken, mit Frustration und starken Emotionen umzugehen und Vertrauen in die eigene Handlungsfähigkeit zu entwickeln? Und was brauchen insbesondere Kinder mit ADHS, damit Förderung, Therapie und Begleitung gelingen können?
Dieses praxisorientierte Seminar verbindet fundiertes Wissen zu ADHS, Selbstwirksamkeit, Selbstbehauptung und Resilienz mit konkreten Strategien für den therapeutischen und pädagogischen Alltag.
Die Teilnehmenden erhalten einen verständlichen Einblick in die Besonderheiten von ADHS, wissenschaftlich fundierte aktuelle Erkenntnisse und neurophysiologische Hintergründe sowie deren Auswirkungen auf Verhalten, Kommunikation, Beziehungsgestaltung und den therapeutischen bzw. pädagogischen Alltag.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Kommunikation und Beziehung. Ausgewählte Techniken der systemisch-lösungsfokussierten Gesprächsführung geben Impulse für eine wertschätzende, ressourcenorientierte und zugleich handlungsorientierte Kommunikation mit Kindern, Eltern und weiteren Bezugspersonen.
Dabei wird der Blick bewusst erweitert, weg von der alleinigen Frage: Wie bekomme ich schwieriges Verhalten in den Griff? – hin zu den Fragen: Was steckt hinter dem Verhalten? Welche Ressourcen sind vorhanden?” Und was braucht dieses Kind, um wieder handlungsfähig zu werden?“
In einem ergänzenden Blick auf die Arbeit mit Erwachsenen mit ADHS können – je nach Interesse und Bedarf der Gruppe – ausgewählte Aspekte auf das Erwachsenenalter übertragen werden.
Im Mittelpunkt steht ein ressourcen- und lösungsorientierter Ansatz. Die Teilnehmenden lernen Möglichkeiten kennen, Kinder gezielt in ihrem Selbstbewusstsein, ihrer Selbstwirksamkeit, Emotionsregulation, Frustrationstoleranz und ihren sozial-emotionalen Kompetenzen zu unterstützen.
Inhalte des Seminars
• ADHS verstehen: Symptomatik, aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse und neurophysiologische Hintergründe
• Auswirkungen von ADHS auf Verhalten, Kommunikation und Beziehungsgestaltung
• Bedürfnisse, Ressourcen und individuelle Stärken von Kindern mit und ohne ADHS erkennen
• Grundlagen von Selbstbehauptung und Resilienz und deren Bedeutung für den therapeutischen und pädagogischen Alltag
• Schutz- und Risikofaktoren für die Entwicklung von Selbstbehauptung und Resilienz
• Selbstbewusstsein und Selbstwirksamkeit gezielt fördern
• Emotionsregulation und Frustrationstoleranz unterstützen
• sozial-emotionale Kompetenzen und Handlungsfähigkeit stärken
• herausforderndes Verhalten ressourcenorientiert verstehen und einordnen
• förderliche Kommunikations- und Interaktionsstrategien
• ausgewählte Techniken der systemisch-lösungsfokussierten Gesprächsführung
• praktische Übungen, Methoden und Materialien für den Berufsalltag
• Reflexion und Transfer in die eigene therapeutische bzw. pädagogische Praxis
Lernziele
Nach Abschluss des Seminars können die Teilnehmenden:
• ADHS, Selbstbehauptung und Resilienz fachlich einordnen und deren Bedeutung für den therapeutischen und pädagogischen Alltag verstehen,
• relevante Schutz- und Risikofaktoren für die Entwicklung von Selbstbehauptung und Resilienz erkennen,
• die besonderen Bedürfnisse von Kindern mit ADHS im therapeutischen bzw. pädagogischen Setting besser verstehen und daraus geeignete Handlungsmöglichkeiten ableiten,
• herausforderndes Verhalten differenzierter und ressourcenorientiert einordnen,
• förderliche Kommunikations- und Interaktionsstrategien zur Stärkung der Selbstwirksamkeit anwenden,
• alltagsnahe Methoden zur Förderung von Selbstbewusstsein, Selbstwirksamkeit, Emotionsregulation, Frustrationstoleranz und sozial-emotionaler Kompetenz in die eigene Arbeit integrieren,
• professionelle Handlungsmöglichkeiten für herausfordernde Situationen entwickeln,
• theoretische Inhalte auf eigene Fälle und Arbeitssituationen übertragen und konkrete Umsetzungsschritte für die eigene Praxis formulieren